Nicht immer die Säge ...

Wenn man ein Samenkorn in einen Topf mit Erde legt, vermag man sich kaum vorzustellen, dass daraus wirklich einmal ein richtiger Baum werden könnte – vielleicht sogar ein großer !
So war das auch, als mein Schwiegervater ein paar Samen vom Mammutbaum geschenkt bekam – und gegen alle Erwartung wuchs wirklich ein niedliches Bäumchen heran. Das überstand mehrere Umzüge, fand dann ein Plätzchen im Garten in Wolfsbehringen und wuchs und wuchs .....
Nun ist ein Mammutbaum nicht irgendein Gewächs ! Der Name deutet es an: er kann mehrere hundert Jahre alt werden und riesige Ausmaße annehmen. Der Platz im Garten war dafür eigentlich denkbar ungeeignet – aber wer ahnte es damals ....
Den Baum eines Tages einfach abzusägen wäre ein Jammer, zumal so ein schön gewachsenes Exemplar durchaus einen Wert von mehr als 10.000€ darstellen kann, wie ein Fachmann mir versicherte.
Nun scheinen sich die Ereignisse aber bestens zu fügen! Im Schloßpark in Hütscheroda fällte der Sturm im Herbst eine riesige Eiche und bereitete damit eine große Lücke. Und dieser Tage gibt die Messe „DemoPark“ einen Treffpunkt für Anbieter der modernsten Technik zur Grünpflege direkt vor unserer Haustür. Da bot es sich an, diese Gelegenheit zu nutzen, den Baum auf Reisen zu schicken und damit die heutigen Möglichkeiten zu demonstrieren. Der Mammutbaum hat jetzt als Highlight der Messe einen Zwischenstandort auf dem Ausstellungsgelände bekommen und wird nach deren Abschluss dann den Park in Hütscheroda ergänzen.
Sicher wird nicht jeder Baum ein so „bewegtes“ Leben symbolisieren und nur in wenigen Fällen wird so viel Aufwand um ein Exemplar sinnvoll sein. Aber vielleicht kann man doch gelegentlich innehalten, wenn man vor solch einem Riesen steht, und überlegen, was er schon gesehen hat und vielleicht noch erleben wird.

Wolfsbehringen, Behringen, Hütscheroda im Juni 2011
Wolfgang Zott, Linden-Apotheke

PS: Das „Bäumchen“ ist jetzt knapp 20 Jahre alt, fast 10 m hoch und hat einen Kronendurchmesser von etwa 5 m!

Der alte Standort des Baumes


Bilder von der Ausgrabung des Baumes am 23. Juni in Wolfsbehringen:
 
Kleine Vorarbeiten sind nötig ...
damit die große Technik arbeiten kann
Da fehlt was !

Zwischenstation auf der Messe "DemoPark":
   

Die Einpflanzung am 29. Juni im Park des Herrenhauses zu Hütscheroda:
       

Aus der Ansprache von Wolfgang Zott:

Eine tibetanische Weisheit sagt:
„Ein fallender Baumes macht mehr Krach, als das stille Wachsen eines ganzen Waldes“

In unserer lauten Zeit macht jeder Krach, um etwas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – wir mit dieser Aktion ja in gewisser Weise ebenfalls. Mein Anliegen ist es aber, eher auf die weniger hörbare Seite aufmerksam zu machen. Wir sind zwar in der Lage, jeden noch so großen Baum zu Fall zu bringen, ihn in kurzer Zeit in handliche Meterstücke zu zerlegen, das Gezweige zu shreddern, den Platz zu ebenen und ordentlich – fast spurenfrei- zu verlassen.
Aber was wir nicht können: einen Baum wachsen lassen !! Auch diese Verpflanzung soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass eben etwas zwanzig Jahre nötig waren, um diesen jungen Baum heranwachsen zu lassen. Es war in den „wilden“ Zeiten un die Wiedervereinigung, als der Sämling aufging ......
Selbst bis ein Obstbaum nennenswerten Ertrag bringt, vergehen 5 - 10 Jahre, und bis man unter einem Baum wirklich stehen kann, vergehen sicher 40 Jahre. Die markanten großen Bäume entstehen in Zeiten, die die Dauer eines Menschenlebens übertreffen.
Mir sagte mal jemand, ihn interssieren Bäume nur in Form von trockenem Brennholz, aber auch das muß erst wachsen ! Ich denke außerem, man sollte die Bedeutung eines Baumes nicht nur nach seinem Matereialwert bemessen.
Wenn Sie in diesen Tagen unter einer blühenden Linde stehen, wird sofort augenfällig, dass das ein Lebensraum für tausende Insekten ist und damit wiederum die Lebensgrundlage für zahlreiche Vögel. Für unser eigenes Wohlergehen ist die Sauerstoffproduktion sicher jedem bekannt, aber ebenso wichtig die ausgleichende Wirkung auf das Lebensumfeld als Klimaanlage, Luftfilter, Lärmschutz, Schattenspender ...
Dass die ästhetische Bedeutung in unserem Lebensumfeld geschätzt wird, lässt sich daran ablesen, dass es Firmen gibt, die davon leben, große Bäume zu pflanzen ....
Wenn wir heute solche altehrwürdigen Exemplare bewundern, wie z.B. die Mailinde in Niederdorla etwa, oder die legendäre Betteleiche, müssen wir uns vergegenwärtigen - die brauchten erst mal die Gelegenheit hunderte Jahre zu wachsen ! Das ist heute schwieriger als je zuvor, Gefahr droht von Streusalz, Kettensägen, Autofahrern ...
Wir sprechen in unseren Tagen erfreulich oft von „Nachhaltigkeit“ im Sinne von Erhalt unserer Wirtschafts- und Lebensgrundlage – sogar eine Konferenz zu diesem Thema gab es inBehringen.
Für mich klingt in diesem Wort aber auch der Begriff „Nachhall“ mit - ein Nachhall, den alles hat, was wir tun und sagen.

So wünsche ich mir von unserer heutigen Aktion einen deutlichen Nachhall ! Ganz handfest in Form eines Baumes, der hoffentlich sehr alt und groß wird , aber auch als Nachhall in unseren Gedanken. Wenn Sie irgendwann ein Stück Brennholz in den Kamin legen oder wenn Sie einen Fachwerkbalken in Ihrem Haus sehen, überlegen Sie mal, wann und wie lange der wohl gewachsen ist. Und halten Sie irgendwann die Motorsäge in der Hand, zögern Sie ruhig erst nochmal – vielleicht könnte es ja eine andere Möglichkeit geben!

Denn – was ist schon das Krachen eines fallenden Baumes gegen das stille Wachsen ...




Die Sängerinnen des Gospelchores der Kirchgemeinde
Familie Usbeck aus Gotha  


Geschafft!

Baumsegen

Mögen deine Blätter jährlich ergrünen,
Dein Stamm fest und stark sein,
Deine Rinde dich schützen
Und deine Wurzeln tief in die Erde reichen.
 
Mögen die Sterne über dich wachen,
die Mondin dich in ihrem Lauf segnen
und die Sonne dir Kraft und Stärke schenken.
Sei gesegnet!

Der Baumsegen als Auftrag für uns,
ehrfurchtsvoll und behutsam auch mit der sogenannten „unbelebten Natur“ umzugehen!

Wurzelkraft

Tag für Tag
zarte Wurzeln tiefer
in das Erdreich schieben
lustvoll durch fruchtbare Fülle
unter Stöhnen durchs Gestein

Tag für Tag sich fester gründen
Leben in allen Adern spüren
unerschütterlicher werden

Tag für Tag sich wurzelstark
mit Kraftströmen nähren
und dankbar staunen –
nur auf sicheren Wurzeln
können Flügel wachsen.


Aus dem "Bürger-Echo" - Ausgabe August:

Ein Baum auf Reisen

In der letzten Ausgabe des BÜRGERECHO war es angekündigt – ein junger Riesenmammutbaum sollte auf die Reise von Wolfsbehringen in den Park des Herrenhauses in Hütscheroda gehen. Am frühen Abend des Pflanztages rollte also der Transport mit dem Baum gen Hütscheroda, wo er schon von den ersten Neugierigen erwartet wurde. Vorsichtig wurde die Maschine zum vorgesehenen Standort im Park manövriert, wo dann mit Begleitung von Didgeridoo – und Trommelklängen die Pflanzaktion vor sich gehen sollte.
Der Neuankömmling wurde von Mutter Natur auch gleich mit kräftigem Regen und einem Paukenschlag begrüßt - ein Gewitter leistete seinen Beitrag zur Zeremonie.
Dieser ungeplante Auftritt wirbelte das ganze Geschehen kräftig durcheinander, denn im Herrenhaus war zu allem Überfluß die Stromversorgung ausgefallen. Trotzdem gab der Gospelchor aus Behringen im Dämmerdunkel noch einen fröhlich-spontanen Auftritt. Die Gäste des Abends plauderten noch recht lange und angeregt in einer turbulenten Runde.
Es war sehr schön zu erleben, dass diese Baumgeschichte so viel Interesse weckte und so viele positive Reaktionen erzeugte. Beeindruckend auch die Technik, mit deren Hilfe ein Baum erhalten werden kann, statt ihn nur zu beseitigen.

Ich möchte an dieser Stelle allen Beteiligten noch einmal ausdrücklich danken, dass diese Aktion so stattfinden konnte und der Baum einen Platz im Park des Herrenhauses bekam. Besonderen Dank an Herrn Spieth (der in der Gewitterhektik die Ruhe behalten hat) und an Herrn Diesing, der sich der Pflege und Obhut des Baumes annimmt.
Nun muss der Baum nur noch wachsen und wachsen...

Ihr Wolfgang Zott





Salomos Macht und Weisheit (aus dem hebräischen Teil der Bibel)

Gott gab Salomo sehr große Weisheit und Verstand und einen Geist, so weit, wie Sand am Ufer des Meeres liegt. Ja, er war weiser als alle Menschen und sein Ruhm war unter allen Völkern ringsum verbreitet. Er verfaßte dreitausend Sprüche, und die Zahl seiner Lieder betrug tausend und fünf.
Er besang die Bäume von der Zeder auf dem Libanon an bis zum Ysop, der (aus den Fugen) an der Mauer hervorwächst; er besang auch die vierfüßigen Tiere und die Vögel, das Gewürm und die Fische; und aus allen Völkern kamen die Leute, um die Weisheit Salomos zu hören, von allen Königen der Erde her Leute, die von seiner Weisheit gehört hatten.

1. Könige 5, 9-14


Aus unserer Zeit

Nicht der Mensch ist das Maß aller Dinge, die Natur ist es. Daraus folgt, wie es in der Eath-Charta von Rio de Janerio 1992 formuliert wurde:
"Jede Lebensform ist einzigartig und hat unabhängig von ihrem Wert für den Menschen Anspruch auf Achtung."



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